24. Juli 2026
by Karina · Video-Nachlese
Vision und Strategie hängen eng zusammen, und beide machen im Grunde dasselbe: Sie geben die Leitplanken vor. Sie geben die Richtung vor. Sie geben das Ziel vor.
Das Entscheidende daran wird oft übersehen: Das gilt für einen CEO genauso wie für den einfachen Mitarbeiter. Jeder muss sich doch an irgendetwas orientieren können.
Wenn wir Sport machen oder abnehmen wollen, haben wir ja auch irgendwo ein Ziel. Niemand geht dreimal die Woche laufen und sagt, mal schauen, was passiert. Man will fünf Kilo runter, oder man will den Halbmarathon schaffen. Erst dieses Ziel macht aus einzelnen Läufen ein Training. Im Unternehmen ist es genau gleich — nur dass dort viele Leute gleichzeitig laufen und niemand gesagt hat, wohin.
In vielen KMU hängt die Strategie deshalb in der falschen Höhe. Sie existiert als Folienset für den Verwaltungsrat, formuliert in Sätzen, die alles und nichts bedeuten. Und unten im Betrieb entscheidet die Sachbearbeiterin am Telefon trotzdem jeden Tag zwanzigmal: Kulanz oder nicht, schnell oder gründlich, dieser Kunde zuerst oder jener. Sie entscheidet nach bestem Wissen — aber nicht entlang einer Richtung, weil sie die Richtung nicht kennt.
Der Test ist banal: Frag drei Leute aus unterschiedlichen Bereichen, wo das Unternehmen in drei Jahren stehen will. Bekommst du drei verschiedene Antworten, ist die Strategie nicht verankert — dann hast du eine Präsentation, keine Leitplanke.
Und eine Leitplanke, die niemand sieht, hält auch niemanden auf der Strasse.
Eine Strategie, die unten nicht ankommt, ist keine Richtung, sondern Dekoration.