02. August 2026
by Karina · Video-Nachlese
Quiet Quitting — die stille Kündigung — wird meist als fehlende Loyalität gelesen. Ich glaube, das muss man differenzierter betrachten.
Quiet Quitting als Selbstschutz finde ich völlig angemessen. Du ziehst dich für eine Weile mehr in dich selbst zurück. Und wichtig: Das machst du nur eine bestimmte Zeit. Entweder du kehrst — auch innerlich — zu deinem Unternehmen zurück, oder du trennst dich davon. In dieser Phase hast du vielleicht sogar mehr Musse, dich für andere Dinge zu öffnen. Beides ist legitim.
Loyalität oder fehlende Loyalität — das ist für mich ein ganz anderes Thema. Und es hat mit Quiet Quitting nichts zu tun. Wer sich still zurücknimmt, ist immer noch loyal zu seinem Unternehmen. Sonst wäre er längst weg.
Für Führungskräfte heisst das: Wer bei einem stilleren Mitarbeitenden sofort mangelnde Loyalität wittert, verwechselt zwei Dinge. Klüger ist die Frage, was diese Phase gerade braucht — und ob das Unternehmen ein Ort ist, an den man innerlich zurückkehren möchte. Auf jeden Fall hast du als Führungsperson hier schon noch eine Chance.
Wer sich still zurücknimmt, ist nicht illoyal — sonst wäre er längst gegangen.