30. Juli 2026
by Karina · Video-Nachlese
«Wir haben keine Zeit, unsere Prozesse zu dokumentieren.» Diesen Satz höre ich in fast jedem Betrieb.
Doch, die Zeit habt ihr. Guck dich mal um — überall diese Post-Its, Mails und Chats, kurze Notizen, Fotos vom Whiteboard. Irgendwas dokumentierst du garantiert, jeden Tag, ganz nebenbei.
Dokumentieren ist längst Teil deines Alltags. Nur oft nicht dort, wo es sinnvoll ist. Ein LinkedIn-Beitrag, eine Sprachnachricht ans Team, ein «kurz festhalten, bevor ich’s vergesse» — das ist alles derselbe Handgriff. Es ist derselbe Aufwand, nur auf etwas gerichtet, das später Zeit sparen könnte.
Das eigentliche Problem ist also nicht die Zeit. Es ist die Priorität und die Frage, wo man anfängt. Und da ist die Antwort einfacher, als die meisten denken: nicht bei der grossen, vollständigen Prozesslandschaft, sondern bei einem einzigen Ablauf, den du ohnehin ständig machst und im Kopf hast. Einer. Aufgeschrieben, so wie du ihn wirklich machst — nicht so, wie er im Idealfall aussehen müsste.
Wer das zwei, drei Wochen durchhält, merkt: Es türmt sich nichts auf. Es entsteht Stück für Stück ein Bild davon, wie der Betrieb tatsächlich arbeitet. Und dieses Bild ist Gold wert, sobald jemand ausfällt, neu anfängt oder ein Auditor an der Tür klingelt.
Zeit zum Dokumentieren hast du längst — die Frage ist nur, worauf du sie richtest.