20. August 2026
by Karina · Video-Nachlese
«Homeoffice oder nicht Homeoffice.» Diese Frage stellen sich gerade wieder viele Unternehmen: Holen wir die Leute zurück ins Büro, lassen wir Homeoffice offen, machen wir eine Regel daraus?
Meine Meinung:
Homeoffice ist weiterhin ein Gewinn für Freiheit. Genau dann, wenn du Zeit mit dir selbst brauchst, um ein Konzept zu schreiben oder um einfach mal ein bisschen die Ruhe zu geniessen.
Gleichzeitig sind wir Menschen soziale Wesen. Wir brauchen das Team und wir brauchen die Interaktion. Das ist kein Wohlfühlargument, sondern ein handfestes: Die Übergaben zwischen zwei Abteilungen, die kurze Rückfrage, das «warte, so machen wir das gar nicht mehr» — das passiert im Vorbeigehen oder auch mal an der Kaffeemaschine. Wer nur auf Homeoffice setzt, spart genau an der Stelle, an der Prozesse und Kommunikation zusammengehalten werden.
Deshalb muss es ein gesunder Mix aus beidem sein. Aber: Was ich nicht mag, sind diese Vorgaben. Zwei Tage Homeoffice, drei Tage Office — oder andersrum. So eine Vorgabe sagt nichts darüber, wann ein Team sich wirklich sehen muss. Lustig ist dann: alle sitzen im Büro und machen trotzdem Teamscalls.
Was ein Arbeitgeber tatsächlich setzen sollte, ist der Rahmen: Wann sind wir erreichbar, welche Fixpunkte gelten für alle, was muss gemeinsam entschieden werden. Der Rest gehört ins Team. Die Leute wissen selbst am besten, wann ein Workshop Präsenz braucht und wann eine Konzeptwoche zu Hause besser läuft.
Das ist keine Bequemlichkeit, das ist Befähigung. Wer seinen Teams nicht zutraut, ihre eigene Anwesenheit zu organisieren, hat ein Vertrauensproblem — und das löst man nicht mit einer Zahl im Reglement.
Gib den Rahmen vor, nicht die Tage. Den Rest kriegen die Teams schon auf die Reihe.