05. August 2026
by Karina · Video-Nachlese
Wir diskutieren gerade viel über die Vier-Tage-Woche: Ist sie ein Luxus, oder etwas, das man sich schlicht nicht leisten kann? Ich finde diese Diskussion völlig daneben — weil sie an der falschen Stelle ansetzt.
Die eigentliche Frage ist nicht, wie viele Tage jemand da ist. Die Frage ist, wie wir Arbeit messen. Und da bin ich überzeugt: Wir müssen Arbeit in Leistung messen und nicht mehr in Zeiten. Auch in einer Vier-Tage-Woche gibt es Stunden, in denen jemand einfach nur dasitzt und Däumchen dreht — ohne ein einziges Ergebnis zu liefern. Und es gibt Menschen, die in weniger Zeit mehr bewegen als andere in einer vollen Woche.
Wer Ergebnisse belohnt, belohnt das Liefern. Das ist ein Unterschied, den keine Wochenarbeitszeit-Regelung auflöst, egal ob vier Tage oder fünf.
Deshalb ist die ganze Vier-Tage-Debatte für mich eher ein Rückschritt als ein Fortschritt. Sie hält uns bei der Zeit fest, obwohl wir längst über das Ergebnis reden müssten. Ich würde die Diskussion gerne langsam dorthin lenken: weg von der Frage, wie lange gearbeitet wird, hin zur Frage, was dabei herauskommt.
Nicht die Zahl der Arbeitstage entscheidet, sondern ob wir Arbeit endlich am Ergebnis messen statt an der Zeit.