Prozesse & Lean

Gesteuert wird dort, wo die Arbeit passiert — nicht im Sitzungszimmer

Gesteuert wird dort, wo die Arbeit passiert — nicht im Sitzungszimmer. Das nennt sich übrigens im Fachjargon Shopfloor Management.

Shopfloor Management bringt Führung und Team in kurzem, festem Rhythmus vor eine Tafel (Whiteboard) mit den Zahlen, die das Team wirklich beeinflussen kann. Der Zweck ist Sichtbarkeit: Ein Problem, das sichtbar am Whiteboard steht und dafür Verantwortung und eine Deadline definiert ist, kann man lösen — eines, das welches nur in einem Kopf existiert, ist nicht wirklich eins.

«Von den Problemen erfahren wir immer zu spät.» Oder: «Wir haben so viele Sitzungen und trotzdem ändert sich nichts.» Beides höre ich oft — und beides hat dieselbe Ursache: Besprochen wird auf der Managementebene im Büro, entschieden wird ohne die, die das Problem haben.

Shopfloor Management dreht das um. Gesteuert wird dort, wo die Arbeit passiert, nicht im Sitzungszimmer. Führung und Team treffen sich kurz, stehend, in festem Rhythmus — vor einem Whiteboard mit den Zahlen, die das Team wirklich beeinflussen kann.

Worauf es ankommt

  • Ein fester Ort: das Whiteboard dort, wo gearbeitet wird .
  • Ein fester, kurzer Rhythmus im Stehen.
  • Auf das Whiteboard kommt nur, was das Team beeinflussen kann. Nicht die Quartalszahlen der Geschäftsleitung.
  • Probleme werden aufgenommen, nicht bewertet. Idealerweise auch gleich die Person, die sich darum kümmern wird und ein Termin.

Der Haltungswechsel dahinter: von der Statusabfrage zur Anwesenheit. Führung heisst hier nicht, sich berichten zu lassen, sondern regelmässig auch dort zu stehen, wo gearbeitet wird.

Ehrlich zur Grösse

Das ist völlig egal, In Werkstatt, Lager oder Büro – probiert aus, was am besten funktioniert.

Und der häufigste Grund fürs Scheitern? Nach drei Wochen fällt der Termin aus, weil etwas «Wichtigeres» dazwischenkommt. Dann war es nie ernst gemeint.

Häufige Fragen

Was gehört auf die Tafel — und was nicht?

Nur, was das Team wirklich beeinflussen kann, nicht die Quartalszahlen der Geschäftsleitung. Und Probleme werden aufgenommen, nicht bewertet: Wer ein Problem meldet, bekommt eine Antwort — keine Rückfrage nach dem Schuldigen. Sonst meldet bald niemand mehr etwas.

Funktioniert Shopfloor Management auch im Büro-KMU?

Natürlich, es funktioniert überall dort, wo gearbeitet wird und die Führung sich dafür interessiert.

Ist das nicht einfach noch eine Sitzung mehr?

Das Gegenteil. Kurz, stehend, am Ort der Arbeit, mit den Zahlen des Teams statt einer Statusabfrage. Der Haltungswechsel ist der eigentliche Punkt: von der Statusabfrage zur Anwesenheit — regelmässig dort stehen, wo gearbeitet wird. Gibt tatsächlich auch auf Dauer weniger Meetings.

Warum scheitern solche Rituale meist?

Nach drei Wochen fällt der Termin aus, weil etwas «Wichtigeres» dazwischenkommt — dann meint man es nicht wirklich ernst und es hat eben doch wieder Prio 99.

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