Stammtisch Digital
August 26 – Sicherheit & Datenschutz bei KI
Am 6. August ging es um Datenschutz und Sicherheit bei KI, mit Markus Säuberli als Experten.
Mitgebracht haben wir viele Fragen, und Markus hat sie eine nach der anderen beantwortet, kompetent, klar und verständlich. Das Wichtigste in Kürze:
Was ist Schatten-KI? Mitarbeitende nutzen KI-Tools, ohne dass das Unternehmen davon weiss oder sie freigegeben hat. Das Risiko ist dabei nicht die KI selbst, sondern dass Firmen- oder Kundendaten unkontrolliert irgendwo landen. Gefährlich sind vertrauliche Eingaben, falsche Ergebnisse, die niemand prüft, und fehlende Kontrolle. Überschätzt wird dagegen oft die Angst vor der KI an sich.
Gratis-Konto oder Firmenkonto? Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Beim Firmenkonto behält das Unternehmen die Kontrolle über Benutzer, Daten und Einstellungen. Ein privates Konto gehört dem Mitarbeitenden, und die Firma hat weder Einsicht noch Kontrolle. Ob ein Anbieter mit euren Eingaben trainiert, steht in den Datenschutzbestimmungen oder den Einstellungen. Bei seriösen Anbietern lässt sich das für Firmenkonten in der Regel ausschalten.
Reicht es, die Namen wegzulassen? Meistens nicht. Anonym sind Daten erst, wenn sich eine Person oder ein Unternehmen auch indirekt nicht mehr erkennen lässt, etwa über Ort, Branche oder Auftragsdetails.
Und die kleinen Gratis-Tools? PDF-Zusammenfasser, Übersetzungsseiten und Browser-Erweiterungen sind oft riskanter als die grossen Anbieter, weil unklar ist, wer dahintersteht, wo die Daten liegen und welche Sicherheitsstandards gelten.
Wer haftet, wenn Kundendaten im KI-Tool landen? Grundsätzlich das Unternehmen, also ihr als Unternehmer. Mitarbeitende können intern in die Pflicht genommen werden, der KI-Anbieter haftet in der Regel nicht für falsch eingegebene Daten.
Muss ich jetzt einen Datenschutzexperten einstellen? Nein, die meisten KMU brauchen das nicht. Technisch lässt sich ohnehin nicht jeder Vorfall verhindern. Wirksamer sind klare Regeln, geeignete Tools, eine einfache KI-Richtlinie und Mitarbeitende, die wissen, worauf es ankommt.
Und der AI Act ab dem 2. August? Relevant wird er, wenn ihr Kunden in der EU habt oder dort KI einsetzt, zum Beispiel wenn Kunden mit einem Chatbot sprechen. Für die meisten Schweizer KMU heisst das: KI-Einsatz dokumentieren, offen kommunizieren und Verantwortlichkeiten festlegen.
Unser Eindruck: Das Thema ist bei den KMU fast angekommen. Trotzdem gibt es noch gefühlt Tausende Fragen, und so richtig sicher, wie man damit umgeht, ist noch niemand. Genau dafür gibt es den Stammtisch.
Zum Mitnehmen: Holt euch für KI ein Firmenkonto statt privater Gratis-Konten, schaltet das Training mit euren Daten aus und schreibt auf einer Seite auf, welche Daten in welches Tool dürfen und welche nicht.
Der Stammtisch Digital findet jeden ersten Donnerstag im Monat statt, ab 17:30 Uhr im Chappelehof in Wohlen. Alle Termine und Themen findest du auf der Stammtisch-Seite.