05. März 2026
by Karina · Video-Nachlese
Ein Beispiel: Ich komme und sage, wir müssen den Prozess so und so machen, sonst funktioniert das nicht. Und ein Mitarbeiter sagt: «Naja, eigentlich lebe ich den ganz anders.» Das ist im ersten Moment ein Widerspruch — aber genau das ist wertvoll. Denn es zeigt die Lücke zwischen dem Prozess auf dem Papier und dem Prozess, wie er tatsächlich gelebt wird.
Und oft ist der gelebte Prozess der bessere. Die Leute haben ihn im Alltag zurechtgebogen, weil die Theorie an der Realität vorbeiging. Wenn ich das merke, ist die klügere Variante nicht, meine Version durchzudrücken, sondern den gelebten Prozess der Mitarbeitenden zu nehmen, ihn zu verstehen — und erst dann, auf dieser Basis, gezielt einzugreifen.
Wer jeden Einwand als Störung abtut, verliert genau die Information, die er am dringendsten braucht: wie es wirklich läuft. Widerspruch ist oft kein Widerstand, sondern Wissen.
Der gelebte Prozess sagt mehr als der aufgeschriebene — hör hin, bevor du ihn überschreibst.