«Bring mir Lösungen, keine Probleme»

12. Juni 2026
by Karina · Video-Nachlese

Offene Kommunikation braucht Mut — von beiden Seiten. Von den Mitarbeitenden, die etwas ansprechen, das der Chef vielleicht nicht hören will. Und vom Chef, der es aushält, das zu hören. Ohne diesen Mut auf beiden Seiten gibt es keine offene Kultur, nur eine höfliche.

Einen Satz höre ich dabei immer wieder, und ich mag ihn nicht: «Ich will deine Probleme nicht hören, ich will die Lösung.» Er klingt tatkräftig, aber er würgt genau das ab, was ein Betrieb braucht. Wer keine Probleme mehr hören will, hört irgendwann gar nichts mehr — und steuert blind.

Trotzdem hat der Satz einen wahren Kern: Ein hingeworfenes Problem hilft niemandem. Die Aufgabe der Führung ist deshalb nicht, Probleme zu verbieten, sondern Mitarbeitende zu befähigen, diese richtig zu formulieren: nicht als «Problem des Chefs», sondern als ein gemeinsames, klar definiertes und vor allem messbares Problem, aus dem sich eine vernünftige Lösung ableiten lässt.

Ein gut definiertes Problem ist die halbe Lösung. Ein verschwiegenes Problem ist ein noch grösseres.

Verbiete nicht die Probleme — bring den Leuten bei, sie sauber zu benennen.

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